Freibetrag

Bei Erwerbstätigkeit wird von dem daraus erzielten Einkommen ein Freibetrag abgezogen.
Der Freibetrag gilt für alle Einnahmen aus Erwerbstätigkeit. Es ist unerheblich, ob es sich um eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit handelt. Auch für Selbständige gilt dieser Freibetrag.

Der Freibetrag wird aus dem Bruttoentgelt errechnet und anschließend vom Nettoentgelt abgezogen. Bei Selbständigen ist der Gewinn bzw. Überschuss Grundlage der Berechnung.

Auch Lohnersatzleistungen, etwa das Kurzarbeitergeld, unterfallen dem Freibetrag.

Der Freibetrag kann innerhalb der Bedarfsgemeinschaft mehrfach in Anspruch genommen werden, von jedem erwerbstätigen Mitglied derselben.

Der Freibetrag gilt hingegen nicht für Empfänger von Sozialgeld, also der sonstigen Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft. Sie erhalten einen Freibetrag in Höhe von monatlich 30 Prozent des Erwerbseinkommens, allerdings maximal die Hälfte des Eckregelsatzes.

Sozialgeldempfänger unter 15 Jahren, die Einkommen aus Erwerbstätigkeit haben, haben einen pauschalen Freibetrag von 100 Euro monatlich.

Bei Schülern bis zum 24. Lebensjahr sind Einnahmen aus Ferienjobs bis zu 1200 Euro jährlich anrechnungsfrei, wenn die Einnahmen innerhalb von 4 Wochen erzielt werden. (Wichtig: ab 900 Euro monatlich muss u.U. Einkommenssteuer gezahlt werden).

Berechnung des Freibetrags

Der Freibetrag wird in 3 Schritten berechnet.

1. Grundfreibetrag

Der Grundfreibetrag beläuft sich auf 100 Euro. Die ersten 100 Euro des monatlichen Bruttoverdienstes sind also immer anrechnungsfrei. Er soll eine Finanzierung der Altersvorsorge, Werbungskosten und sonstigen Versicherungen pauschal ermöglichen.

Werbungskosten

Wenn allerdings bei Bruttoeinkommen von über 400 Euro die Versicherungsbeiträge und Werbungskosten tatsächlich mehr als 100 Euro betragen, so können die übersteigenden Ausgaben (also die, die über dem Grundfreibetrag von 100 Euro liegen) zusätzlich geltend gemacht werden. Sie müssen dann im Einzelnen nachgewiesen werden.

Die tatsächlichen monatlichen Ausgaben und die Versicherungspauschase von 30 Euro monatlich sind dann zu addieren. Fahrtkosten zur Arbeit können mit 0,20 Euro je Entfernungskilometer angesetzt werden. Zudem kann eine Werbungspauschale von 15,33 Euro monatlich geltend gemacht werden, auch dann, wenn tatsächlich keine Werbungskosten entstehen. Ist die Summe der Ausgaben dann höher als 100 Euro, kann die Differenz zu 100 Euro dann zusätzlich vom Einkommen als Freibetrag abgezogen werden. Wie gesagt, gilt dies aber nur, wenn das Bruttoeinkommen 400 Euro übersteigt.

Ehrenamtliche Tätigkeit

Wird eine ehrenamtliche oder bestimmte nebenberufliche Tätigkeit ausgeübt, so ist der Grundfreibetrag auf 200 Euro erhöht. Diesen erhöhten Grundfreibetrag gibt es etwa bei einer Tätigkeit als Übungsleiter im Sportverein, als ehrenamtlicher Betreuer (Vormund), bei Tätigkeiten im kirchlichen oder gemeinnützigen Bereich. Das gilt selbst dann, wenn für die ehrenamtliche Tätigkeit eine Aufwandsentschädigung gezahlt wird.

2. Einnahmen von über 100 bis 1000 Euro

Von den Bruttoeinnahmen, die zwischen 100 und 1000 Euro liegen, werden 20 Prozent nicht angerechnet, also maximal 20 Prozent von 900 Euro.

3. Einnahmen von über 1000 bis 1200 Euro

Von den Bruttoeinnahmen, die zwischen 1000 und 1200 Euro liegen, werden 10 Prozent nicht angerechnet, also maximal 10 Prozent von 200 Euro. Die gilt für Erwerbstätige ohne minderjährige Kinder.

Von Bruttoeinnahmen, die ein Erwerbstätiger mit mindestens einem Kind in der Bedarfsgemeinschaft erzielt, und die zwischen 1000 und 1500 Euro liegen, werden 10 Prozent nicht angerechnet, also maximal 10 Prozent von 500 Euro.

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