Rückforderung durch das Jobcenter

Rückforderung von Hartz-4-Leistungen

Haben sich die wirtschaftlichen Verhältnisse des Hartz-4-Beziehers verändert, hat sich also sein Einkommen erhöht oder sein Vermögen, so ist er von sich aus verpflichtet, das Jobcenter hiervon unverzüglich zu informieren.

Das Jobcenter kann zu viel gezahlte Leistungen zurückfordern und den Hartz-4-Anspruch neu berechnen. Die Neuberechnung kann allerdings nur innerhalb einer Frist von einem Jahr erfolgen. Sie beginnt mit dem Zeitpunkt der Kenntniserlangung von den geänderten Verhältnissen durch das Jobcenter.

Eine Mitteilungspflicht des Hartz-4-Empfängers besteht aber auch in weiteren Fällen, etwa wenn eine zusätzliche Person in der Wohnung aufgenommen wird. Dann werden nämlich die Kosten für Wohnung und Heizung auf mehr Personen verteilt. Das Jobcenter berechnet die Leistungen neu.

Auch wenn von Anfang an falsche oder unvollständige Angaben zu den wirtschaftlichen oder persönlichen Verhältnissen gemacht wurden, wird die Leistung neu berechnet und zu viel Gezahltes zurückgefordert. Bei falschen Angaben und bei Unterlassung von Veränderungsmitteilungen besteht ein Rückforderungsanspruch des Amtes für einen Zeitraum von 10 Jahren ab Kenntnis.

Ein Rückforderungsanspruch des Jobcenters hinsichtlich der Hartz-4-Leistung besteht auch dann, wenn die Hilfebedürftigkeit vorsätzlich oder grob fahrlässig selbst herbeigeführt wurde, etwa Vermögen verschwendet wurde.

Hat der Leistungsempfänger sich hingegen korrekt verhalten und ist seinen Mitwirkungspflichten und Hinweispflichten nachgekommen und hat sich das Jobcenter dennoch verrechnet, so kann überzahltes Geld für die Vergangenheit (jedenfalls, wenn es nicht mehr vorhanden ist), grundsätzlich nicht zurückgefordert werden.

Darlehensrückzahlungen

Wird eine Hartz-4-Leistung als Darlehen gewährt, so muss sie irgendwann zurückgezahlt werden. Rückforderungsansprüche aus Darlehen können in Höhe von 10 Prozent des Regelsatzes von den laufenden Hartz-4-Leistungen abgezogen werden. Das gilt allerdings nicht für Darlehen, die an Studierende wegen eines besonderen Härtefalles gewährt wurden. Diese muss der Student erst nach Beendigung der Ausbildung unter Berücksichtigung seiner finanziellen Situation zurückzahlen.
Gleiches gilt für Darlehen, die deshalb gewährt wurden, weil die sofortige Verwertung von nicht geschütztem Vermögen nicht zumutbar war. Zur Rückzahlung eines solchen Darlehens ist der Hartz-4-Bezieher erst verpflichtet, wenn die Verwertung des Vermögens zumutbar ist.

Mietkautions-Darlehen müssen bei Rückzahlung der Kaution in einer Summe an das Jobcenter zurückgezahlt werden.

Schuldenerlass

Wenn die Rückzahlung des Darlehens eine unbillige Härte bedeuten würde, kann das Jobcenter auf Antrag die Schulden erlassen.

Rückforderung gegenüber Dritten

Das Jobcenter kann auch gegenüber Dritten einen Rückforderungsanspruch geltend machen, etwa gegenüber unterhaltspflichtigen Personen.

Gegenüber Eltern steht dem Jobcenter jedoch dann kein Erstattungsanspruch mehr zu, wenn der Leistungsempfänger älter als 24 Jahre alt ist oder wenn er vor Erreichen des 24. Lebensjahres bereits eine Erstausbildung abgeschlossen hat.

Auch Erben des Leistungsempfängers müssen Leistungen des Jobcenters erstatten. Allerdings ist die Rückforderung begrenzt auf Leistungen der letzten 10 Jahre vor dem Erbfall und den Wert des Erbes. Bei pflegebedürftigen Leistungsempfängern haben die Verwandten und der Partner, die die Pflege ausgeübt haben, einen Freibetrag in Höhe von 15.000 Euro.

Verfahren bei Rückforderung

Die Rückforderung wird gewöhnlich durch das Jobcenter schriftlich angekündigt. Dann besteht Gelegenheit zur Stellungnahme. Erst nach Ablauf der gesetzten Frist erlässt das Jobcenter den Aufhebungs- und Rückforderungsbescheid.
Gegen den Erstattungsbescheid kann Widerspruch eingelegt und anschließend Klage erhoben werden.
Einlegen müssen den Widerspruch und die Klage alle Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft, die von der Rückforderung betroffen sind.

Verrechnung von überzahlten Leistungen

Überzahlte Leistungen können vom Jobcenter mit den laufenden Hart-4-Zahlungen in Höhe von bis zu 10 Prozent des Regelsatzes aufgerechnet werden, wenn Grundlage der Rückforderung ein höheres Einkommen als angegeben ist.
Bei einer Rückforderung wegen falschere oder unvollständiger Angaben oder sozialwidrigen Verhaltens kann das Jobcenter mit 30 Prozent des Regelbedarfs aufrechnen.
Die Aufrechnung ist in allen Fällen immer auf 3 Jahre begrenzt.

30 Comments

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  1. Brunhilde Salomone

    Wir erhielten Ende Juni HartzIV für den Juli. Am 6.7 begann ich eine Arbeitsstelle (was ich dem Jobcenter mitteilte). Am 28.7. erhielt ich den Lohn für Juli. Obwohl die Zahlung vom Jobcenter meinen Lebensunterhalt für Juli und mein Lohn den Lebensunterhalt für August abdeckt, fordert das Jobcenter 740€ zurück mit der Begründung, dass ich für Juli zwei Bezüge erhalten habe. Ist das rechtens? Auf dem Papier ist zwar beides für den Abrechnungsraum Juli, aber in der Praxis habe ich für Juli vom Jobcentergeld bekommen und für August meinen Lohn.

    1. Hallo,
      Soweit ich das sehen kann ist beides (Lohn und Hartz4) im Juli zugeflossen. Bei Hartz4 gilt das Zuflussprinzip, das heißt es ist wichtig wann man Geld bekommt. Wäre der Lohn erst Anfang August auf dem Konto gewesen, dann gäbe es keine Rückforderung. So aber ist m.E. die Rückforderung zulässig. Es gibt leider diese Problematiken da Hartz4 im voraus und Lohn/Gehalt rückwirkend gezahlt werden.

      VG Heike

    2. H4 wird im voraus bezahlt, am 30.6. also für Juli.
      Den Lohn für Juli hast Du am 28.7. erhalten – rückwirkend.
      Demnach lag eine Doppelzahlung vor.

    3. Hallo,

      habe genau das gleiche Problem. Wie ist bei euch der Stand der Dinge. Gibt es eine Möglichkeit das Geld nicht zurückzuzahlen? Diese Hetze des Jobcenters will ich mir nicht antun…

      Danke für die Rückmeldung.

      Gruß

  2. Petra Aloisia Pfeffer

    Was tun wenn beim 3.mal behauptet wird beim Hartz 4,Antrag,sei nicht lesbar oder Bundeszentralkasse hätte kein Geld..laut herr Streitberger in Pfarrkirchen…Straßenkehren meinte..obwohl 14Jahre Vollzeit…behauptet mit 30J.1.mAL::::
    0159/02482867bITTE MELDEN DA FINANZAMT MIR2012 lücke und weder einsehe..384euro cirka mal 8Monate ist das normal..

  3. Ich lebe in Trennung, ich bekam ein Darlehen vom Jobcenter, da noch nicht geklärt ist wie Hoch das Vermögen sein wird,dass mein Mann an mich auszahlen muss. Da ich im Moment über kein verwertbares Vermögen verfüge, muss ich den das Darlehen zurückzahlen? (das Darlehen musste ich notariell beglaubigen lassen)

    1. Ohja musst du das zurückzahlen .. ich hatte den gleichen Fall und musste 4200€ zurückbezahlen . LG Eva

  4. Hat jemand Erfahrungen mit Hartz4 und Selbständigkeit gemacht? Das Jobcenter 92224 Amberg fordert jetzt wegen meiner früheren freiberuflichen Tätigkeit 11.800Euro zu unrecht zurück?
    Klage lief erfolglos, jetzt geht es in die Berufung beim Bayrischen Landesgericht.
    Für Erfahrungsaustausch wäre ich euch dankbar.

    1. Hallo Jochen,

      bin ebenfalls Freiberufler und habe Erfahrung mit ALG II und Selbständigkeit.
      Allerdings wurde bisher bei mir nichts zurückgefordert.

    2. Hallo Jochen,
      wie ging dein Fall aus? Das würde mich sehr interessieren. Bin auch selbstständig.
      Viele Grüße

    3. Hallo Jochen. Siehe mein Beitrag unten. Was hat sich bei Dir ergeben?

      Mit freundlichen Grüßen Maja

  5. Kann das Amt zuviel bezahlte Leistungen trotz pünktliche abgegebenen Nebenerwerbsabrechnungen zurück fördern? Und ab wann zählt die 1 Jahres Frist?

    1. Die Angaben sind ohne Gewähr. Hab mich gerade erst selbst damit beschäftigt.

      Die ein Jahresfrist beginnt, wenn der Bewilligungszeitraum endet und alle Lohnabrechnungen eingegangen sind.

      Hat dir das Jobcenter einen sogenannten Aufhebungsbescheid geschickt, ist die Verjährungsfrist 4 Jahre und beginnt mit dem darauffolgenden Jahr, in dem die Überzahlung entstanden ist.
      Als Beispiel…irgendwann im Jahr 2013 hast du so einen Bescheid bekommen, beginnt die Verjährungsfrist am 01.01.14 und endet nach vier Jahren.

      Kann halt vorkommen, dass die sowas vergessen und nichts zurückfordern.

      Im allgemeinen kann das Jobcenter natürlich zurückfordern. Im endgültigen Bescheid steht dann alles (immer kontrollieren, mich hatte das Jobcenter schon mal für 3 Monate als tot erklärt und kannten auch den Zeitpunkt meiner Auferstehung^^)
      Das können die mit den laufenden Leistungen verrechnen, mit 10% vom Regelsatz, wenn du immer alles angegeben hast, mit 30% wenn du deinen Mitwirkungspflichten nicht immer nachgekommen bist. Davor müssen sie dir aber einen Aufhebungsbescheid schicken, gegen den man Einspruch erheben kann, wenn einem etwas komisch vorkommt. (ich kann nachweisen, das zumindest bei mir die Damen und Herrn aus der Leistungsabteilung auch nicht rechnen können oder das Zuflussprinzip kennen)

      So habe ich mir das aus dem Netz zusammen gesucht. Meine Angaben sind ohne Gewähr. Am besten, wenn man der Meinung ist, da ist zu viel falsch…Anwalt für Sozialrecht.

  6. Hallo.

    Ich habe vor einer Woche einen Brief des Jobcenters Recklinghausen bekommen (zur Info ich wohne in Bremen Nord).

    In diesem Brief wird auf eine angebliche Überzahlung i.H.v. 77,30 € hingewiesen, die ich am 01.08.2011 bekommen haben soll.

    Ich habe mich immer rechtens verhalten und stand zu diesem Zeitpunkt auch nicht in einem Arbeitsverhältnis.

    Wie kommen die darauf mir nach fast 5 Jahren so eine Forderung zuzusenden?

    1. Das Ding ist auf jeden Fall verjährt. Eine Verjährung unterliegt immer der Einrede. Sprich du schreibst denen zurück, dass, falls Überhaupt eine Überzahlung entstanden sein soll, diese verjährt ist. Selbst, wenn du nachfragst, wofür das gewesen sein soll.

  7. Claus-Dieter Mensinger

    Habe am 01.04.2015 Bedarfsgemeinschaft gegründet ohne Anspruch auf Hartz 4 zu haben.
    Trotzdem wurde mir Leistung ausbezahlt.
    Durch einen schweren Arbeitsunfall im Oktober 2013 bekam ich aber noch Verletztengeld
    12.04.2015.
    Eigentlich hätte ich erst Anspruch auf ALG 1 gehabt
    Das JC verlangt jetzt die Leistungen zurück.
    Ist das überhaupt rechtens?
    Ich habe mich ja nicht falsch verhalten!

  8. Ich habe folgendes Problem. Meine Frau und ich sind nach dem „Erprobungsjahr“ als BG gerechnet worden. Das war im August 15.

    Jetzt, da ich eine Neue Tätigkeit anfange kommt das Amt auf einmal mit einer Überzahlung von 60 Euro für besagten August letzten Jahres. Wir haben nie ein Darlehen bekommen und haben auch nie Falschangaben gemacht, bzw. Grob fahrlässig gehandelt.

    Frage meinerseits. Muss ich das Zahlen oder Nicht? Ich werd nen Teufel tun und dem Amt jetzt noch Geld in den Rachen werfen!

  9. Ich habe ein ähnliches Problem. Ich gehe seit dem 01.12.16 fest arbeiten, und habe meine Sachbearbeiterin darüber informiert dass ich meinen Arbeitsvertrag unterschrieben habe, und sie hat eine Mitteilung an die Leistungsabteilung geschrieben. Zusätzlich habe ich meinen Arbeitsvertrag eingereicht, weil ich einen Führerschein der Klasse B beantragt habe, und der wurde bewilligt. Der Punkt ist dass das Jobcenter weiß, dass ich arbeiten gehe, und zahlt seit Dezember jeden Monat Harz IV.

    Ich habe meine Pflicht getan und bekomme trotzdem wieder Leistung.
    Die Frage ist jetzt ob das Amt durch einen Fehler das überbezahlte Harz IV trotzdem zurück fordert, oder ob sonst irgendwas auf mich zukommen wird..

  10. Guten Tag,

    ich bin langsam etwas verzweifelt und würde mich sehr über Ratschläge freuen.Das Jobcenter verlangt fast 5.000 Euro von mir zurück und zusätzlich wurde die Krankenversicherung nachträglich aufgehoben.

    Meine Lage: Ich bin freiberufliche Journalistin und habe mich zum sogenannten „Aufstocken“ erst einmal arbeitslos (ALGII) gemeldet, nachdem ich fertig studiert habe. Das ist gängige Praxis in der Zeit, in der man eine unsichere Auftragslage hat und sicher stellen muss, dass man jeden Monat genug einnimmt, um die Fixkosten zu decken.

    Ich habe beim Jobcenter angegeben, wie viel ich vermutlich einnehmen werde und alles was ich tatsächlich eingenommen habe mit Kontoauszügen belegt. Ich habe monatlich 700 Euro vom Jobcenter bezogen und zusätzlich unregelmäßig Geld durch Artikel eingenommen (mal 200 Euro im Monat, mal 1.000). Meine Wohnung kostet 600 Euro Miete, dazu kommen Versicherung, Steuern, Fixkosten (insges. ca. 1500 Euro / Monat). Außerdem muss ich als Freiberuflerin einen Puffer auf dem Konto behalten (Krankheitsfall usw.).

    Nun habe ich mich beim Jobcenter abgemeldet, da ich mittlerweile genug und regelmäßig verdiene, um selbst für alle Aufwendungen Sorge tragen zu können. Es kam eine sehr verwirrende Rückzahlungsforderung über fast 5.000 Euro in einem Zeitraum über ein Jahr, dazu Rückforderungen von GEZ sowie Krankenkasse. Damit bin ich bankrott und kann meine Selbstständigkeit direkt wieder abhaken. Ich könnte die Zeit zwischen Aufträgen ohne einen Puffer auf dem Konto nicht überbrücken und müsste mich wieder arbeitslos melden.

    Als ich diese Lage am Telefon geschildert habe, schickte mir die Mitarbeiterin direkt einen neuen Antrag auf ALGII zu. Ich kann es einfach nicht fassen. Sie halten einen damit in der Armut und man kommt nicht mehr heraus.

    Hat jemand eine ähnliche Erfahrung gemacht? Es gibt doch tausende freie Journalisten. Wie ist es bei anderen?

    Vielen Dank für alle Antworten.

    Maja

  11. Hallo ,

    darf Rückforderung vom 2013/2014 im Jahr 2016 gefordert werden wenn alle Unterlagen pünktlich abgegeben wurden ?

    Bea

  12. hallo,

    ist echt dringend. Muss meine Anhörung zum 21.10. eingereicht haben, wäre toll wenn mir jemand weiter helfen kann.

    habe am 4.7. angefangen zu arbeiten, habe am 30.7. nochmal hatz4 bekommen für 08. Und mein Gehalt für 07/16, habe ich erst ende 08/16 bekommen und nicht wie üblich ende 07. Bekomme mein Gehalt immer erst ende des darauf folgenden Monats.

    Heißt ich habe das geld vom Amt für August noch benötigt um zu leben. Jetz habe ich eine Anhörung wegen einer Überzahlung vom Amt bekommen. Muss ich das zurückzahlen? Habe das ja gebraucht für den Monat und kann es nicht zurückzahlen solange ich arbeite (verdiene nur knapp das was ich bei Hartz4 bekommen habe, bekomme sogar noch zuschuß von denen)

    Vielen Dank im Voraus

  13. Hallo,
    bin geschieden und bekomme Hartz IV. Mein Exmann hat ein Reihenhaus (hatte er schon vor der Ehe gekauft und ist alleine im Grundbuch eingetragen). Nach der Scheidung habe ich einen Zugewinn beantragt. Das Verfahren läuft noch. Nun hat das Jobcenter einen Antrag gestellt, das alles was ich eventuell bekommen würde das Jobcenter bekommt. Meine Frage: Dürfen die das? Angenommen ich bekäme 25.000 Euro und das Jobcenter hat mir bisher nur 10.000 Euro gezahlt – können die dennoch das ganze Geld einkassieren. Ich und auch mein Kind 8 Jahre haben überhaupt keine Ersparnisse. Es gibt doch Freibeträge, die man als Hartz IV Empfänger haben kann z.B. 750 Euro für Anschaffungen. Wir haben überhaupt kein Erspartes. Müssten wir nicht von den evtl. Zugewinn zumindest soviel behalten können wie uns vom Alter her bei Hartz IV zusteht (Erspartes).
    Vielen Dank für Ihre Antwort.

  14. Hallo!

    Vielleicht kann mir jemand helfen. Also ich habe im Okt.16 MutterschaftGeld erhalten, nachdem wir unser Hartz 4 erhalten haben. Jetzt haben wir einen neuen Bescheid erhalten das mir 291€ von unseren Geld abgezogen werden. Ist ja auch ok das sie die Überzahlung zurück haben wollen, aber gleich in so einer hohen Rate und das bis April. Ist es nicht möglich die Rate auf 50€ runter zusetzen, das Jobcenter sagt Nein muss innerhalb von 6 Monaten abgezahlt sein, stimmt das?

  15. Hallo in die Runde 🙂

    Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann.

    Ich bin seit 20.09.2016 Mutter. Wegen u.a dieser Veränderung musste das Jobcenter Berlin unseren Beitrag neu berechnen, dafür benötigte es u.a den Bewilligungsbescheid für Kindergeld und den Bewilligungsbescheid für Elterngeld. Um nicht doppelt zu rechnen sollte erst berechnet werden, wenn die Anträge Kindergeld und Elterngeld bewiligt wurden.

    Nach 3! Monaten mit neugeborenem und ohne jegliche Zahlung vom Jobcenter reichte ich nachweise der Anträge ein, da die Höhe der Leistungen ja gesetzlich festgelegt ist (Kindergeld 192 €, Elterngeld 300 €). Nachdem einreichen der Nachweise wurde dann berechnet und ich bekam im Dezember die Nachzahlung.

    Gestern kam die Post – Überzahlung als Überschrift. So nach dem Motto „Ach, Ihnen Steht ja Kindergeld seit Sept. zu, da haben wir Sie überzahlt und wollen das zurück“.

    Ich wusste nicht das es nicht mit in die Neuberechnung einbezogen wurde. Immerhin wurde erst neu berechnet NACHDEM ich die nachweise auf Antragstellung eingereicht habe! Finde ich unmöglich, dass die so einen dicken Fehler begehen und uns dann das Geld abziehen wollen. Ich habe sogar noch in die Antwortbogen reingeschrieben “ Bewilligung noch nicht da aber die höhe ist gesetzlich Festgelegt“ ….

    Ich HOFFE so sehr, dass uns jemand mit diesem Problem helfen kann. (Paragrafen, Ansprechpartner, usw. )

    DANKE! 🙂

    1. Hallo Antonia,

      grundsätzlich gelten folgende Regelungen (zum Teil weiter oben bereits beschrieben):

      * beim Jobcenter gilt das Zuflussprinzip. Das heißt in deinem Fall, wenn du eine Nachzahlung über drei Monate bekommst, hast du automatisch „zuviel“ auf dem Konto und könntest theoretisch den Anspruch auf Leistung für diesen Monat verlieren (weil du mehr Einkommen hast, als die Grundsicherung abdecken müsste).

      * Kindergeld zählt im Rahmen des ALG-II-Bezuges als Einkommen der Kinder und wird mit der Leistung verrechnet. Ich könnte mir vorstellen, dass du zunächst einen vorläufigen Bewilligungsbescheid bekommen hast, in dem die Kinder erstmal voll ausbezahlt wurden. Kinder bis 15 Jahre erhalten ihre Leistung noch vom Sozialamt – möglicherweise gab es interne Kommunikationsverzögerungen (die Mühlen der Bürokratie…)

      Was kannst du tun:
      – Du kannst einen Überprüfungsantrag gemäß §44 SGB X stellen.
      – In diesem musst du dich auf den konkreten Bescheid beziehen, den du überprüft haben möchtest (Bescheid vom …)
      – Weiter musst du eine Begründung formulieren, weshalb du der Meinung bist, dass das Recht vom Jobcenter falsch angewendet wurde und musst die Nachweise beilegen, die nachvollziehbar machen, dass du deiner Mitteilungspflicht frist- und formgerecht nachgekommen bist (z.B. eine Kopie des Antwortbogens, bzw. der vollständigen Kommunikation).
      – Adressieren musst das Ganze an das zuständige Jobcenter, im Idealfall zu Händen deines Leistungssachbearbeiters, falls du seinen Namen kennst.

      Der Bescheid und deine Begründung werden dann überprüft, ggf. von der Rechtsbehelfsstelle.

      Eine Empfehlung meinerseits, aufgrund langjähriger Erfahrung in der Zusammenarbeit mit dem Jobcenter (ich bin Sozialpädagogin bei einem Bildungsträger):
      Ein Leistungssachbearbeiter ist in der Regel für mehrere hundert Personen zuständig. Eine höfliche, sachliche und dennoch klar formulierte Sprache stechen in der Bearbeitung in der Regel positiv hervor.
      Auch wenn deine persönliche Situation nachvollziehbar frustrierend ist, wird es geschätzt, wenn jemand in der Lage ist, sein Anliegen sachlich vorzutragen. Ich bin in Süddeutschland tätig und mache diese Erfahrung bei großen und bei kleinen Jobcentern.

      Auch wenn die Antwort relativ spät kommt, hoffe ich, dir etwas weitergeholfen zu haben. (Du kannst den Überprüfungsantrag übrigens innerhalb von 4 Jahren stellen, Widerspruch kannst du nur innerhalb von 4 Wochen einlegen).

      Viele Grüße,
      Nina

  16. Bei mir ist noch schlimmer! Als bei mir in Flughafen in Mai 2016 11000 euro Zoll erfunden. Wurde bei mir erst in juli Leistung Aufgehoben.Ich habe nicht Wiederspruchen.Dann in August habe ich Bescheid zur Rücknahme für ganze Familie Frau und 2 Kinder 6 und 10 jahre für ganze Zeitraum ab 2005 ungefär 200000 euro gekrirgt.
    Ich habe wiederspruch eingelegt, und bis jetzt schon 6 Monaten keine Antwort.Am
    diese Woche habe ich Klage wegen Untätigkeit eingelegt.

  17. Hallo ,ich habe vor 10 Jahren harz 4 erhalten ,war Alleinerziehende Mutter ,2 Söhne von 15 und 9 . Der jüngere bekam einmalig 150€ zu Weihnachten von seinem Vater,nun fordert man 232€ durch die Stadtkasse von ihm zurück . Ich habe damals eine Förderung erhalten aber nie darauf reagiert ,ist die Forderung nun rechtens ? Der Junge ist jetzt noch Schüler .

  18. Guten Abend,

    Vielleicht kennt sich ja Jemand damit aus…also ich bekomme ab Oktober des letzten Jahres Leistungen vom Jobcenter und habe eigentlich alles Angegeben was für den Antrag nötig ist. Wegen dem Kindergeld sollte ich vom jobcenter aus auch einen neuen Antrag stellen.Was ich auch getan habe,die Kindergeldkasse hätte eigentlich auch wissen müssen dass ich diesen Antrag als Nachweis für den Jobcenter benötige da ich es mitgeteilt habe, auch das sich geänderte Konto habe ich angegeben da das alte geschlossen werden sollte.
    Nun habe ich einen Brief vom Jc bekommen dass ich Kindergeld erhalten habe.
    Da meine Mutter Kindergeld berechtigt ist habe ich keine Post von der Kindergeldkasse erhalten und auch das Geld ging immer noch auf das alte Konto das jetzt erst geschlossen wurde.Erst wurde mir der Betrag vom monatlichen Betrag abgezogen und ich wurde aufgefordert entsprechende Kontoauszüge zu liefern…dessen bin ich gefolgt,aber jetzt soll ich eben über 600 euro zurück zahlen 🙁 .
    Ich fühle mich schon fast wie ein Betrüger.

    In wie fern war die Bewilligung fehlerhaft?
    Und wie soll ich das Geld jetzt zurück zahlen?

    Ich Wünsche euch viel Erfolg und bedanke mich für Verständnis

  19. Hallo, ich habe letzte woche einen rückforderungsbescheid erhalten vom JC da ich ab 1.9.16 eine ausbildung angefangen habe und bekomme bab und halbwaisenrente. Da ich aber meiner Mitwirkungspflicht nachgekommen bin und das Jobcenter sich verrechnet hat wollen sie jetz 500euro wieder haben. Meine Frage ist das rechtens ?
    Da ich mir keine schuld bewusst bin und korrekt verhalten habe. Noch eine frage ist es rechtens das ich seit einen halben jahr immer vorläufige bescheide bekomme obwohl sie alles haben?

  20. Ich habe das Jobcenter Ende März informiert, das der Kindvater ab 01.04. Unterhalt für die gemeinsamen Kinder zahlen wird. Trotzdem wurde für den April noch die volle Summe für beide Kinder bezahlt. Die will die ARGE jetzt im August zurückhaben. Zunächst mit der Behauptung ich hätte fehlerhafte Angaben gemacht. Dem habe ich widersprochen und nun kam der Bescheid zur Aufhebung, Erstattung und Zahlungsaufforderung.
    Ist das rechtens?

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